Informationen zur Ausbildung zum Rettungshund

Die Ausbildung von Rettungshunden, findet in Europa flächendeckend auf ehrenamtlicher Basis statt. Aus diesem Grund, trifft man Hunde aller Rassen und Hundeführer aller Berufsgruppen in den Rettungshundestaffeln an.
Das Training findet, in unserem Fall, Samstags (10:00 – 18:00 Uhr) und Dienstags (18:00-22:00 Uhr) statt. Wenn man die „Trainingseinheiten“ beim normalen Spaziergang, also Unterordnung mitrechnet, dann kommt man auf einen Zeitaufwand von min. 20 Std. die Woche. Angesichts der genannten Zeitaufwandes, sollte sich ein HF im Voraus Gedanken machen, ob das neben der normalen Arbeit geleistet werden kann. Aus diesem Grund, werden neue HF erst nach einer Probezeit von 6 Monaten in die Staffel aufgenommen. Aber wenn einen der „Virus“ einmal erwischt hat, dann kommt man davon nicht mehr los.
Der Hund wird ausgebildet, lebende menschliche Gerüche jeglicher Art und nicht personengebunden zu suchen, um so die vermissten Personen zu finden. Er sucht selbständig, ist nicht angeleint, muss aber gelenkt werden können, um das gesamte Suchgebiet abzusuchen. So ist der Hund in der Lage, große Gebiete in kürzester Zeit abzusuchen. In unserem Fall bleibt der Hund bei der Person und zeigt durch verbellen an, weitere Anzeigearten sind Bringseln und Rückverweisen. Der Hund verbellt die Person, ohne sie zu bedrängen oder zu beschädigen, bis der Hundeführer vor Ort ist, wird abgelegt und den Rest erledigt der HF.
Die Trainingsgebiete sind in einem Radius von ca. 75 km verteilt. Trainiert wird hauptsächlich in Wäldern, Industriehallen, Kasernengelände und Trümmer. Der regelmäßige Austausch mit anderen Staffeln ist wichtig, entsprechend trifft man sich, bei verschiedenen Anlässen. Zu Pfingsten findet ein jährlicher Workshop in Bad Segeberg statt, wo dieses Jahr 135 Hunde in kleinen Gruppen gearbeitet wurden. Weitere Treffen finden im Raum Gardelegen bei Magdeburg statt.
Die Kosten trägt der HF zu 100%. Im Durchschnitt fahre ich ca. 150 km pro Woche zu den Trainingsgebieten + die entfernteren Trainingseinheiten (z.B. Bad Segeberg 800km). Hinzu kommen noch div. Lehrgangskosten, Unterbringung und Verpflegung. Die HiOrg stellt ausschließlich die Einsatzkleidung und die Lehrgänge für den HF. Der HF muss für die Prüfung einen San-Helfer-Prüfung, Karte/Kompass, Behördenfunk, fahren mit Sonderrechten usw. vorweisen können, nachgewiesen durch ein sog. Leistungsheft.
Wenn man sich mal all die o.g. Faktoren durch den Kopf gehen lässt, muss man schon ein wenig verrückt sein und eine ganze Menge Idealismus mitbringen. Gestern haben wir bei +33 Grad trainiert – natürlich der Temperatur angepasst – , in 4 Wochen bei strömenden Regen und in acht Wochen bei -10 Grad und Schneefall.
HF die nur mal „Held“ sein und den schnellen Erfolg wollen , sind da fehl am Platz. Die Ausbildung dauert min 2-3 Jahre, und bei jedem Teilerfolg kann es passieren, das man zwei Schritte zurück geht, um das Erlernte zu festigen. Eine Garantie gibt es nicht, das man am Ende des Weges einen geprüften Rettungshund hat.
Es ist eine interessante Aufgabe für den HF und ein tolles „Spiel“ für den Hund, das ihn nicht nur körperlich sondern auch geistig auslastet.

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